Besuch aus Berlin am Umwelt-Campus Birkenfeld

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Um sich über den aktuellen der Stand des Modellvorhabens LandZukunft zu informieren, besuchten Vertreter des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) den Landkreis Birkenfeld. Die Vorstellung der am Umwelt-Campus geförderten Projekte ermöglichte ihnen einen Einblick in die Arbeiten zur Regionalentwicklung in der Modellregion.
Dazu wurden die drei Projekte „Kooperationsdreieck Schule-Hochschule-Wirtschaft“, „Internetplattform Made in BIR“ und „Elektromobilitätszentrum Birkenfeld (EmobZ)“ vorgestellt:

  • Mit dem „Kooperationsdreieck Schule-Hochschule-Wirtschaft“ wird die Vernetzung der regionalen Unternehmen und Bildungseinrichtungen ausgebaut bzw. entwickelt. Um jungen Menschen an die Region zu binden und den Wissensaustausch zwischen Forschung und Praxis zu fördern, sollen langfristig tragfähige Kooperationen geschaffen werden.
  • Wie in einem früheren Blog-Beitrag berichtet, werden, um derartige Kooperationen im Landkreis zu unterstützen, auf der Internetplattform „Made in BIR“ u. a. Stellenanzeigen sowie Angebote für Praktika, Projekte, Abschlussarbeiten usw. gebündelt. Ziel ist eine qualitätsgesicherte und zielgerichtete Informationsbereitstellung für die verschiedenen Akteure und Aktivitäten in der Modellregion Birkenfeld.
  • Unter Berücksichtigung der regionalen Anforderungen werden in dem geplanten Elektromobilitätszentrum Birkenfeld (EmobZ) Informationen zu Bau, Betrieb, Wartung und die Ökobilanz von Elektrofahrzeugen aufgearbeitet. Um die Region hier entsprechend auf eine zukunftsfähige Mobilität vorzubereiten, sind Schulungen für das regionale KFZ-Handwerk geplant.

Das Modellvorhaben LandZukunft fördert periphere Regionen in Deutschland in ihrer Regionalentwicklung. Im Landkreis Birkenfeld steht dabei die Förderung des „Potenzials (unternehmerischer) Menschen“ unter „Einbindung, Vernetzung und Weiterentwicklung bestehender Strukturen“ im Vordergrund.

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Menschen an der Hochschule – Stefanie Schaus Koordinatorin für die Studieneintrittsphase

Heute starten wir eine neue Reihe im Blog der Hochschule Trier: Menschen an der Hochschule. Dabei stellen wir euch interessante Menschen vor, die an unserer Hochschule tätig sind und befragen diese in Interview zu ihrer Arbeit. Wir beginnen mit Stefanie Schaus, die als Koordinatorin für die Studieneintrittsphase viele interessante Sachen zu erzählen hat. Das Interview führte Manuela Rippel.

 

Dipl.-Wirt.-Ing. (FH) Stefanie Schaus, M. A. Erwachsenenbildung

Dipl.-Wirt.-Ing. (FH) Stefanie Schaus
M. A. Erwachsenenbildung

Frau Schaus, Sie sind seit April 2011 Koordinatorin für die Studieneintrittsphase an der Hochschule Trier. Was genau gehört zu Ihren Aufgaben?

Die Aktivitäten der Koordinierungsstelle Studieneintrittsphase zielen auf die Weiterentwicklung und den Ausbau der Orientierungsangebote für unsere StudieneinsteigerInnen. Die Studierenden erhalten durch die Angebote die Möglichkeit, den fachlichen als auch den sogenannten überfachlichen Einstieg ins Studium individuell zu beschreiten.

Zu den fachlichen Angeboten vor Beginn der regulären Erstsemesterveranstaltungen gehören insbesondere Brückenkurse im naturwissenschaftlich-mathematischen Bereich. Neben Präsenzangeboten stehen den StudieneinsteigerInnen seit letztem Semester E-Learningkurse zur Verfügung, mit denen sie schon von zuhause aus ihre Kenntnisse in Grundlagenbereichen testen und individuell verbessern können. Die überfachlichen Angebote bieten Veranstaltungen und Mentoringprogramme, welche die StudieneinsteigerInnen in ihre studentische Lern- und Arbeitswelt begleiten. In die Betreuung der Erstsemesterprogramme sind Studierende höherer Semester einbezogen. Somit erfahren die StudienanfängerInnen von Anfang an, welche Vorteile studentische Lern- und Tutoriengruppen haben. Stichwort Tutorien: Durch „Train-the-Trainer“-Seminare für MitarbeiterInnen verfeinern wir die Betreuung und die Ausbildung der studentischen Fachtutor-Innen und dies sowohl in fachlichen als auch in den überfachlichen Themengebieten. Ich bin nämlich davon überzeugt, dass die Kombination von expliziter und impliziter Vermittlung von studentischen Lern- und Arbeitsstrategien den größten Nutzen für die Studierenden mit sich bringt. Gleichzeitig haben die Studierenden die Möglichkeit, Schlüsselkompetenzen weiterzuentwickeln, die in unserer stetig komplexer werdenden Welt immer bedeutungsvoller werden, wie bspw. die Selbstlernkompetenzen.

Dabei kommt Ihnen sicher Ihre eigene Erfahrung als Absolventin und Mitarbeiterin am Umwelt-Campus Birkenfeld zugute?

Ja genau, ich habe den Campus seit 1999 als Studentin, dann als Mitarbeiterin in Forschung/Entwicklung und der Lehre kennengelernt. Somit konnte ich im Laufe der Jahre vielfältige Sichtweisen auf das Studium am Umwelt-Campus sammeln. Zudem sind mir die Probleme und Anforderungen, vor denen StudienanfängerInnen stehen, die sich nach mehrjähriger Berufstätigkeit für ein Studium entscheiden, aus eigener Erfahrung bekannt.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit?

Am Umwelt-Campus schätze ich die Gestaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten, die ich in meinen beruflichen Tätigkeiten, aber auch bereits in meiner Zeit als Studentin erfahren habe. Neue Ideen sind immer willkommen und werden in einem innovations- und begeisterungsfähigen Umfeld diskutiert. Die besten Voraussetzungen dafür, dass aus guten Ideen zielführende Maßnahmen werden können!

Was wollen Sie noch umsetzen?

Natürlich steht im Fokus die Weiterentwicklung des Angebotsportfolios in der Studieneintrittsphase und der Tutorienarbeit. Gute Startmöglichkeiten bilden allerdings nur eine Säule eines erfolgreichen Studienverlaufs. Um die Studierenden noch umfassender zu einem erfolgreichen Studienabschluss zu begleiten, sehen wir uns aber auch die Gründe an, die StudienabbrecherInnen zur vorzeitigen Beendigung ihres Studiums bewegt haben. Hierzu führen wir entsprechende Befragungen durch und leiten aus den Ergebnissen geeignete Maßnahmen ab, um die Rahmenbedingungen für erfolgreiches Studieren stetig zu verbessern.

 

Zwischenstand zum Projekt Open MINT Labs an der Hochschule Trier

Die ersten virtuellen OML-Labore verlassen frisch die Produktion…

Open MINT Labs

Im Blog-Beitrag vom vergangenen Jahr hatten wir ja schon das Verbundprojekt Open MINT Labs (OML) hinsichtlich seiner Struktur und den Zielen skizziert sowie das OML-Team der Hochschule Trier vorgestellt. Seither hat sich einiges getan …

Wir im Projekt Open MINT Labs (OML) beschäftigen uns mit der Frage, wie sich die klassischen Säulen der Lehre – repräsentiert durch Vorlesung, Übung, Tutorium, Praktikum, Projektarbeit – durch virtuelle Elemente aufwerten lassen. Diese sind an der Schnittstelle zwischen Natur- und Ingenieurwissenschaft angesiedelt und zielen im Kern auf die Unterstützung der Hochschulausbildung im Bereich der betreuungsintensiven Grundlagenlabore ab. Das Blended-Learning-Lab Konzept darf allerdings umfassender gedacht werden und soll sowohl integral (hier: die Breite der Lehrangebote bzw. Lernformen betreffend) als auch integrativ (hier: begleitend, unterstützend, als Lern-Intervention) auf die bestehende Lehr- und Lernkultur vor Ort einwirken, um so zu einer nachhaltigen Verbesserung im Sinne des „Qualitätspakts Lehre“ beizutragen.

Damit sprechen wir Dozenten sowie Studierende gleichermaßen an. Wir ermutigen Dozenten der Hochschule Trier und der beteiligten rheinlandpfälzischen Verbundhochschulen, ihre Veranstaltungen nach Chancen zum Einsatz virtueller Elemente zu hinterfragen. Diese können für die verschiedenen Lehrformen völlig unterschiedlich aussehen (z.B. Animation, Simulation, Video, Podcast, Lernspiel etc.). Auf der anderen Seite profitieren die Studierenden in vielerlei Hinsicht: Anhand der virtuellen Angebote können Lerninhalte – quasi unabhängig von Ort und Zeit – vor- oder nachbereitet werden und kommen somit einer Flexibilisierung des Studiums entgegen. Dabei wird versucht, das große Potenzial von E-Learning, wie individueller Lernpfad bzw. direktes Feedback und Selbstevaluation, konsequent auszuschöpfen.

Ganz wichtig ist uns dabei, dass die OML-Labore an der Lebenswirklichkeit der Studierenden bzw. an deren späteren Berufsalltag anknüpfen. Diese „Erdung“ wird durch die im Projekt verankerte, und von den OML-Netzwerkern initiierten oder durch Dozenten vermittelte, Firmenkooperation gewährleistet. Der Anwendungsbezug fließt in Form von Problemstellungen aus der Praxis oder Aufgaben mit Projektcharakter in die virtuellen Labore ein und gibt dem Lernenden daher eine besonders authentische Motivationsquelle.

Unser Angebot an virtuellen Laboren wird stetig ausgebaut und soll zentrale/relevante Themenfelder in den oben genannten Disziplinen behandeln. Über den gegenwärtigen Stand der bereits fertiggestellten bzw. noch in Arbeit befindlichen Labore wollen wir Ihnen hier gerne einen kurzen Überblick aus den einzelnen Fachgebieten im gesamten Verbund geben:

Physik:
„Luftkissenbahn“, „Interferenz und Beugung“, „Kalorimetrie“, „Dehnungsmessstreifen“, „Rotation“, „Thermografie“, „Zugversuch“, „Biegebalken“, „Röntgendiffraktometrie“

Chemie/Biologie:
„Titration“, „Sicherheit im Chemielabor“, „Zellkulturen“, „Mikroskopie“

Elektrotechnik:
„Dehnungsmesstechnik“, „Transformator“, „Oszilloskop“, „Profinet“

Maschinenbau:
„Mohrscher Spannungskreis“, „Biegebalken“, „Balkenstatik“, „Zugversuch“, „Härteprüfung“, „Dehnungsmessstreifen“

Bauingenieurwesen:
„Fachwerk/Balkenstatik“, „Hale-Shaw“, „Tachymeter“

Die Mehrfachnennungen einzelner OML-Labore in verschiedenen Fachgebieten unterstreichen den interdisziplinären Charakter.

Für die virtuellen Labore haben wir im Verbund eigens einen Style Guide entwickelt, der die Struktur und das Design eines typischen OML-Labors definiert. Insbesondere finden darin didaktisch wertvolle Empfehlungen ihren Niederschlag (siehe Abb. 1). Die OML-Labore sind einheitlich mit den fünf Bausteinen „Orientierung“, „Grundlagen“, „Experiment“, „Anwendung“ und „Reflexion“ aufgebaut – nicht zuletzt, um damit auch den Lernprozess in sinnvolle Häppchen aufzuteilen.

Wie sieht ein solches OML-Labor im Konkreten aus? Wenn wir Ihre Neugierde erweckt haben, schauen Sie sich exemplarisch das Pilotlabor „Luftkissenbahn“ aus dem Fachgebiet Physik an: virtuelles OML-Labor „Luftkissenbahn“ [tr1] . Übrigens: Das virtuelle Labor „Luftkissenbahn“ haben wir didaktisch reduziert, um dieses auch Schulen zugänglich zu machen.

 Übersicht zur typischen Struktur eines virtuellen OML-Labors, gegliedert in die fünf Bausteine „Orientierung“, „Grundlagen“, „Experiment“, „Anwendung“ und „Reflexion“. Aus: Style Guide des Open MINT Labs-Projektes, Version 1.1

Übersicht zur typischen Struktur eines virtuellen OML-Labors, gegliedert in die fünf Bausteine „Orientierung“, „Grundlagen“, „Experiment“, „Anwendung“ und „Reflexion“. Aus: Style Guide des Open MINT Labs-Projektes, Version 1.1

 

Wir hoffen, dass Ihnen das Pilotlabor als Orientierung und Anregung dient. Im Idealfall gelingt es uns sogar, Sie als Lehrender/Lernender zu begeistern und Sie möchten zusammen mit dem OML-Team schon das nächste virtuelle Labor in Angriff nehmen. Denn bei der aufwändigen Konzipierung und der Erstellung professioneller Inhalte sind wir auf alle Experten/Akteure aus dem Umfeld der Hochschule angewiesen. Im Sinne einer Win-Win-Situation lassen sich viele interessante Lehr-Lern-Gegenstände (z.B. Praktikumsversuche, Vorlesungsthemen, Labor-/Projekt-/Abschlussarbeiten etc.) aufspüren, die sich in virtueller Form dokumentieren, aufbereiten oder präsentieren lassen. Dem Einfallsreichtum sind keine Grenzen gesetzt!

Im nächsten Schritt geht es darum, die soweit fertiggestellten OML-Labore an den Mann bzw. die Frau – unter Beachtung von Genderaspekten – zu bringen. Beispielsweise kamen bereits einzelne Teilentwicklungen (z.B. Simulationen zur grafischen Veranschaulichung abstrakter mathematisch-physikalischer Zusammenhänge) im zurückliegenden Semester im Rahmen einer Vorlesung für Physikingenieure des 2. Semesters zum Einsatz. Für das Wintersemester ist die virtuelle Flankierung verschiedener Praktika geplant. In diesem Zuge führt das ZQ Mainz zusammen mit uns eine Evaluation mit dem Ziel der Qualitätskontrolle und -optimierung durch.

Die Einschätzung der Studierenden interessiert uns besonders – denn sie sind schlussendlich der Hauptadressat bei all den Bemühungen zur Weiterentwicklung der Lehre. Wenn die Studierenden das virtuelle Angebot wahrnehmen sowie gerne und erfolgreich damit lernen, haben wir unser Hauptanliegen erreicht.

Apropos Beteiligung von Studierenden: Im Rahmen des Projektes sind auch immer  motivierte Studierende willkommen, die als wissenschaftliche Hilfskraft mit uns im Projektteam zusammenarbeiten!

An dieser Stelle wollen wir die Gelegenheit nutzen, um auf unsere OML-Infoveranstaltung aufmerksam machen. Diese findet am Dienstag, den 24. September 2013, ab 14:00 Uhr in Gebäude F3 am Standort Schneidershof in Trier statt. Hier erfahren Sie die Details.

Weitere Informationen zum OML-Projekt: www.openmintlabs.de und im Interview am Tag der offenen Tür 2013

 

Persönliche Kontaktadresse:
Dr. rer. nat. Tobias Roth
Fachgebietskoordinator Physik im Verbundprojekt Open MINT Labs
Hochschule Trier, Standort Umwelt-Campus Birkenfeld
Raum: 9916-131
Telefon: +49 6782 17-1121
t.roth@umwelt-campus.de

Autor: Dr. rer. nat. Tobias Roth

ministeriumDas diesem Bericht zugrundeliegende Vorhaben wurde mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter dem Förderkennzeichen 01PL12056C gefördert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt beim Autor.