Menschen an der Hochschule – Interview mit Dr. Elisabeth Fillmann, Leiterin der Promotionsberatungsstelle

 

Dr. Elisabeth Fillmann

Dr. Elisabeth Fillmann

Seit dem Frühjahr 2011 hat die Hochschule Trier eine Promotionsberatungsstelle, deren Büro auf dem Umwelt-Campus liegt. Diese steht unter der Leitung von Frau Dr. Elisabeth Fillmann und ist direkt beim Präsidenten angesiedelt, bei reibungsloser Zusammenarbeit mit allen Hochschulebenen im Bereich von Lehre und Forschung.

Frau Dr. Elisabeth Fillmann, Sie sind seit 2011 Leiterin der Promotionsberatungsstelle an der Hochschule Trier. Welche Ziele verfolgt Ihre Einrichtung?

Die Hochschule Trier möchte die Zahl der Promotionen erhöhen, die von hier aus entstehen. Das ist ein Beitrag zur vermehrten Forschung, denn eine Promotion bedeutet selbstständige wissenschaftliche Arbeit der Nachwuchswissenschaftlerin bzw. des Nachwuchswissenschaftlers, der oder die den Doktortitel erwirbt. Alles, was Promotionen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern oder Absolventinnen und Absolventen fördert, gehört zu meinen Aufgaben.

Wie sehen die Aufgaben konkret aus?

Vor allem ist es natürlich Beratung – das sagt ja schon der Name der Einrichtung, die ich verkörpere. Die Gespräche mit denjenigen, die promovieren möchten oder im Promotionsprozess stehen, sind eine Kernaufgabe. Fragen und Probleme können erörtert werden. Professorinnen und Professoren, die Doktorandinnen und Doktoranden betreuen oder betreuen möchten, stehe ich ebenfalls zur Verfügung.

Dann baue ich ständig den Informationspool rund um das Thema Promotion weiter aus. Bei Tagungen oder im Austausch mit Kolleginnen und Kollegen anderer Hochschulen, z.B. während den jährlichen Tagungen des Council for Doctoral Edudation der EUA, der europäischen Universitätsvereinigung, fließen mir relevante praktische und theoretische Informationen zu, die in die Hochschule hinein transferiert werden. Ich versuche also, wie ein Schwamm aufzusaugen, was Wissenschaft, Politik und Praxis – und die Betroffenen! –  verlautbaren, zum Beispiel über Förderinstrumente oder Erfahrungen, um dieses Wissen wieder an die Promotionswilligen, Promovierenden und die Professorinnen und Professoren abzugeben.

Das berührt sich dann mit dem dritten Aufgabenfeld, der Vernetzungsarbeit. Die Promovierenden treffen sich, von der Promotionsberatungsstelle koordiniert, regelmäßig zum Austausch. Auch die Professorinnen und Professoren werden einmal im Semester zu einer Zusammenkunft unter der  Leitfrage der Promotionsförderung eingeladen. Dadurch, dass Promovierende und Betreuende der gesamten Hochschule zusammenkommen, wird auch die Integration der verschiedenen Standorte gefördert.

Weiter Kontakte zu Universitäten gehören zu meinen Aufgaben. Ich bin Mitglied in Zusammenschlüssen von Verantwortlichen für die Graduiertenförderung an Hochschulen. Besonders mit den Kolleginnen und Kollegen anderer Hochschulen für angewandte Wissenschaften stehe ich im Kontakt. Sie haben mit den gleichen Problemen zu tun: V.a. die Notwendigkeit zur Kooperation mit Universitäten, wenn jemand mit FH-Einbindung promovieren möchte. Die Fachhochschulen haben ja kein eigenes Promotionsrecht.

Das vierte Gebiet ist das aktive Bemühen um stete Strukturverbesserungen an der Hochschule, die das Promovieren erleichtern. Es gibt z.B. inzwischen einen kleinen Fördertopf für Zuschüsse zu Tagungsbesuchen u.ä. für Promovierende.

IMG_0817

Was ist denn wichtig, wenn man promovieren möchte?

Vor allem muss einem die wissenschaftliche Arbeit Freude machen. Für eine Promotion braucht man ein Thema, eine Betreuung, also einen Doktorvater oder eine Doktormutter, und man muss am Fachbereich einer Universität als Doktorand oder Doktorandin angenommen werden. In einer Orientierungsphase, um das alles zu finden, sammelt man Ideen, recherchiert sowohl fachlich als auch über die Bestimmungen in den Promotionsordnungen der Fachbereiche, die die Zulassungsvoraussetzungen für FH-AbsolventInnen regeln. Man berät sich mit Professorinnen und Professoren und erstellt evtl. ein Exposé. Die Finanzierung muss auch geklärt sein.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit?

Die Vielfalt! Die der Aufgaben, vor allem aber auch die Vielfalt der Forschungsgebiete, in denen die Promovierenden an der Hochschule Trier arbeiten.

Was wollen Sie noch umsetzen?

Ich möchte meinen Teil beisteuern, damit es zu belastbaren Kooperationsvereinbarungen mit Universitäten kommt. Außerdem schwebt mir noch ein zugleich philosophischer wie „handwerklicher“ Basiskurs „Was ist Wissenschaft“ vor. Mit „Basis“ meine ich dabei die Frage nach den Fundamenten. Es wäre ein Kurs für Anfängerinnen und Anfänger und für die Fortgeschrittenen. „Promovieren“ kann man auch frei übersetzen als fortschreiten. Wenn es sich zeitlich einrichten ließe, würde es mir sehr gefallen, daran mitzuwirken. Eine solche Veranstaltung könnte unter dem Dach eines Graduiertenzentrums stattfinden. Es wäre für die Promovierenden in vieler Hinsicht vorteilhaft, wenn an der Hochschule ein solches Zentrum eingerichtet würde, bei dem man sich registrieren kann und einen definierten rechtlichen Status hätte.

 

Deutschland sucht das Superdesigntalent – Studentin der Hochschule Trier unter den Halbfinalisten des Bemz Design Awards

Aus 83 Einträgen von vier verschiedenen Hochschulen wurden die drei Halbfinalisten aus Deutschland für den Bemz Design Award verkündet: darunter auch Caroline Bermes, Modedesignstudentin der Hochschule Trier für ihr Design „Wundergarten der Natur“.

1623955_10202952168503623_351978846_oDer Bemz Design Award ist eine neue Auszeichnung, die Studierende der wichtigsten Design-Hochschulen aus ganz Europa vereint, um sie in ihren Design-Karrieren zu bestärken und nachfolgende Designer-Generationen inspiriert. 2004 gegründet, vertreibt Bemz heute weltweit Designer-Bezüge und Textilprodukte für IKEA Möbel und hat sich mit hochwertigen Stoffen und einzigartigen Dessins einen internationalen Namen gemacht.

Die Hochschule Trier eine von deutschlandweit vier renommierten Hochschulen, die am Wettbewerb teilnehmen durften. Aufgabe der Teilnehmerinnen und Teilnehmer war es Musterteile für Stoffe, sogenannte Rapports, entwickeln, die zu Kunst und Stil des beginnenden 20. Jahrhunderts in Deutschland Bezug nehmen.

Über die einmalige Möglichkeit, die namhafte Jury und das internationale Publikum vom Können und der Kreativität der Studierenden zu überzeugen, freute sich Schirmherrin und Seminarleiterin an der Hochschule Trier Prof. Bettina Maiburg besonders.

Prof. Maiburg ist im Studiengang Modedesign Professorin für Bekleidungsgestaltung und  arbeitet als freiberufliche Modedesignerin und -Consulterin in Paris. Sie sah für ihre Master- und Bachelorstudenten, die sie in diesem Projekt zusammenbrachte, eine tolle Chance, sich intensiv mit Oberflächengestaltungen auseinander zu setzen.

In der von Prof. Maiburg und den Studierenden inklusive IKEA-Sofaklassiker eingerichteten Werkstatt am Irminenfreihof wurde dafür recherchiert, gezeichnet, diskutiert und experimentiert, um die persönlichen Textilkreationen zu entwickeln.

„Die Stimmung im Kurs war gemeinschaftlich, harmonisch und entspannt“, so Anna-Lena Engelberth. Finalistin Caroline Bermes meinte: „Das liegt wahrscheinlich am in der Hochschule geschaffenen Arbeitsraum. Ein offener Austausch über Ideen und Arbeitsvorgehen ist hier möglich!“

Setzt Frau Bermes sich gegenüber den Finalistinnen der Hof Universität und der Hochschule Reutlingen durch, wird ihr Textildesign produziert, auf Bemz.com neben großen Designern wie Marimekko und Designers Guild weltweit verkauft und vermarktet. Außerdem wird das Design im Bemz Store Stockholm im Rahmen der Fashion-Week im Mai vorgestellt.

Die Juroren, Otto Husten, Editor-at-Large, Elle Décoration, Igor Josifovic, Blogger, HappyInteriorBlog.com und Katharina Tiringer, Designexpertin, SoLebIch.de, konnten sich für die ausgewählten Designs besonders begeistern. So die Jury: „Wir haben unsere Auswahl getroffen, um die Brandbreite der Designtalente in Deutschland zu zeigen: die Natur, der Überraschungseffekt und die Farbkombination haben uns überzeugt.“

Die deutschen Halbfinalisten treten nun gegen die Halbfinalisten aus Schweden, Großbritannien und Frankreich im Bemz People’s Choice Wettbewerb an.  In dieser Etappe darf das Publikum entscheiden, wer in dem jeweiligen Land als Finalist in die Endrunde gelangt.

Mehr Information über die Wahl, den Wettbewerb, die Juroren und Caroline Bermes Design findet ihr hier.

Gerne könnt ihr sie unterstützen, indem ihr hier eure Stimme abgebt! Der Bemz People’s Choice Wettbewerb läuft bis zum 28. Februar 2014.

1066674_10202952161143439_1731869801_o

Als Bestandteil ihres Studienplans kreieren die Studierenden nach der Wettbewerbsabgabe darüber hinaus Kleider und Wohnassecoires mit ihren persönlichen Stoffen und Prints. Die Kreationen der Trierer Modedesigner werden im nächsten Frühjahr in einer Vernissage und Modenshow im Einrichtungshaus La Maison in der alten Post in Trier zu sehen sein.