WWOOFing: Studienauszeit auf dem Bio-Bauernhof

WWOOFing: Studienauszeit auf dem Bio-Bauernhof

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Ob für Studierende in der Orientierungsphase oder Absolventen auf dem Weg in den Berufseinstieg: Ein Freiwilligendienst im ökologischen Bereich kann die Jobchancen erhöhen und garantiert wertvolle Lebenserfahrungen.
WWOOF (World Wide Opportunities on Organic Farms) ist ein Netzwerk, welches weltweit Freiwilligendienste an Bio-Bauernhöfe vermittelt und somit eine wichtige Brücke in der Nachhaltigen Entwicklung schlägt. Dadurch können ökologisch Interessierte aktiv werden und die Bio-Höfe werden tatkräftig unterstützt. Die Kosten für Verpflegung und Unterkunft werden vom jeweiligen Hof übernommen. Der Name und die Bedeutung von WWOOF durchliefen seit der Gründung 1971 in England eine Entwicklung, bei der sich herauskristallisierte, dass es um weitaus mehr geht als nur darum, ein Wochenende im Grünen zu verbringen. Denn ursprünglich stand das Kürzel für „Working Weekends on Organic Farms“. Das Netzwerk wuchs über die Jahrzehnte zu einer internationalen Organisation heran, welche 2013 rund 6.000 Bio-Höfe in 100 Ländern umfasste. In Deutschland sind momentan rund 290 Höfe registriert.

Ist WWOOFen das Richtige für mich?
WOOFing ist keineswegs nur etwas für Studierende aus dem Bereich der Agrarwissenschaften oder der Lebensmitteltechnik, welche dort die Möglichkeit haben das Pflichtpraktikum zu absolvieren. Ebenso dient dieses „Austauschprogramm“ Menschen, die sich gerade auf dem Weg in einen neuen Lebensabschnitt befinden und ihre Perspektiven erweitern möchten.

Warum WWOOFing?
Die ersten Berührungen mit ökologisch erzeugten Produkten finden bei den Konsumenten häufig am Regal im Supermarkt statt. Warum kaufen wir biologisch erzeugte Lebensmittel? Bei einer Statista-Umfrage 2013 gaben 77 Prozent der befragten Konsumenten in Deutschland die Stärkung des persönlichen Wohlbefindens als Grund für den Kauf von Bio-Produkten an. Beim Kauf ausgewählter Bio-Produkte kann also kurz- oder mittelfristig das schlechte Gewissen verdrängt werden. Aber spätestens mit dem Blick in die ferne Zukunft wird die Notwendigkeit einer Landwirtschaft, bei der der Produktionsfaktor Boden als limitierend und endlich angesehen wird, sichtbar. Die konventionelle Landwirtschaft, bei der durch intensive Bewirtschaftung der Felder mit Monokulturen und hohem Pestizid- und Düngereinsatz eine hohe Flächeneffizienz erzielt wird, hat ihren Preis. Eine Erhebung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft ergab, dass es im Jahr 2012 rund 40 Prozent weniger landwirtschaftliche Betriebe gab als im Jahr 1999. Dafür sind die Durchschnittsflächen der einzelnen Betriebe stark angestiegen. Kleinere Betriebe mit alternativen Anbausystemen und lokalen Distributionswegen müssen diesem Trend nachgeben. In der industriellen Landwirtschaft ist kein Platz für Vielfalt und den Erhalt alter Kulturpflanzen. Die Gesamtfläche, die uns jedoch für landwirtschaftliche Zwecke zur Verfügung steht, schrumpft jeden Tag: In Deutschland werden täglich insgesamt rund 100 ha Boden versiegelt.
Warum also nicht selbst etwas für die Entwicklung der ökologischen und fairen Landwirtschaft tun? Bei einem Volontariat auf dem Bio-Hof können die wichtigsten Aspekte und Grundsätze der ökologischen Landwirtschaft kennengelernt werden.
Durch die große Anzahl registrierter Betriebe entsteht eine bunte Vielfalt an Möglichkeiten. Jeder Betrieb mit seiner eigenen persönlichen Note, dem Lieblingsgemüse und dem über Jahre immer weiter verbesserten Permakultur-System für den spezifischen Standort. Zudem können authentische Begegnungen mit Menschen aus anderen Ländern und Kulturen stattfinden, die auf der gleichen Reise sind.

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Wie funktioniert’s?
Einfach auf der WWOOF-Webseite gewünschten Land auswählen und registrieren. Nach Zahlung einer einmaligen Gebühr stehen alle Informationen und Hofdaten mit Aktualisierungen zur Verfügung. Erfahrungsgemäß ist die Kontaktausnahme per Mail am einfachsten. Wer sich sicher in der jeweiligen Fremdsprache ist kann auch den angegebenen Telefonkontakt nutzen. Wenn es eine Zusage vom Hofbesitzer gibt, ist der WWOOFer bei seiner Anreise auf sich alleine gestellt. Viele Höfe jedoch bieten den freiwilligen Helfern einen Abholservice an der nächstgelegenen Bus- oder Bahnstation an. Die Hof-Unterkünfte können dabei vom einfachen Zelt oder Wohnmobil bis hin zu einem Zimmer im Farmhaus variieren. Durch die gemeinsamen Freizeitaktivitäten mit anderen WWOOFern können auch internationale Bekanntschaften geschlossen werden.

AUTOR: Laura Meiser

Mehr Informationen zu WWOOF unter http://www.wwoof.net/

Study Semester und Studierende des Studiengangs „Erneuerbare Energien“ besuchen die PYREG GmbH

Am 14. November 2014 besuchten die internationalen Gaststudierenden des Study Semesters „Principles of Sustainable Business“ sowie die Studierenden des interdisziplinären Bachelorstudiengangs „Erneuerbare Energien“ die PYREG GmbH in Dörth im Hunsrück. Die Exkursion fand unter Leitung von Herrn Prof. Dr. Christian Kammlott und im Rahmen der Veranstaltungen „Geschäftsmodellentwicklung“ bzw. „Fundamentals of Entrepreneurial Management“ statt.

PYREG ist ein Lehrbuchbeispiel für die Frühphasenfinanzierung eines Unternehmens. Die Idee für das Geschäftsmodell entstand bereits während der Tätigkeit des geschäftsführenden Gesellschafters Helmut Gerber als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fachhochschule Bingen. Nachdem die allerersten Schritte aus eigenen Mitteln finanziert wurden, konnten zügig sog. „Business Angels“ – also auf sehr frühe Lebensphasen spezialisierte Privatpersonen – gewonnen werden. Diese brachten nicht nur Finanzspritzen sondern auch Impulse und Kontakte mit. Die anschließende öffentliche Beteiligungsfinanzierung der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz hatte u.a. das Ziel eine Grundlage für stabiles und nachhaltiges Unternehmenswachstum zu schaffen. Inzwischen ist einer der prominentesten institutionellen Investoren Deutschlands eingestiegen um das Unternehmen mit adäquaten Finanzmitteln zügig ausbauen zu können.

Die Studierenden haben somit an einem echten Praxisbeispiel hautnah gelernt, wie aus einer richtig guten Idee mit viel Leidenschaft, Mut und Entschlossenheit sowie den passenden Geldgebern in wenigen Jahren ein dynamisches Unternehmen wird. Dass dies nicht nur Erfolgswillen, sondern auch Spaß und Freude daran erfordert, erläuterte PYREG-Geschäftsführer Helmut Gerber. Auch Thorsten Bechtel von der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz stand aus Sicht des Finanzierers Rede und Antwort.

Die PYREG GmbH ist eines der Top-GreenTech Unternehmen in Rheinland-Pfalz. Seit 2010 stellt sie kompakte Karbonisierungsanlagen her, die mit Hilfe ihres mehrfach ausgezeichneten Verfahrens feuchte Biomassen wie Klärschlämme, Grünschnitt und Speiseabfälle klimaschonend entsorgt und energetisch sowie nachhaltig nutzt.

Alle Teilnehmer waren vom Geschäftsmodell des Unternehmens beeindruckt. Der prosperierende Markt des Unternehmens weist auf ein starkes Wachstum in der Zukunft hin und das induziert natürlich auch einen hohen Bedarf an jungen Nachwuchs-Führungskräften, die interdisziplinäre Kompetenzen vorweisen können. Durch die Exkursion konnten bereits erste Kontakte zwischen dem Unternehmen und den Studierenden geknüpft werden.

Wir danken Herrn Gerber und Herrn Bechtel sowie den Mitarbeitern der PYREG GmbH für eine gelungene Exkursion mit spannenden Anregungen für unsere zukünftigen Nachwuchswissenschaftler und Unternehmensgründer vom Umwelt-Campus Birkenfeld.

Autorin: Julia Mertens

Germany Today – Delegation nordamerikanischer Wissenschaftler besucht den Umwelt-Campus Birkenfeld

Autorin: Christina Stein

Am 18.06.2014 besuchte eine Gruppe von 20 nordamerikanischen und kanadischen Wissenschaftlern den Umwelt-Campus Birkenfeld im Rahmen einer vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) organisierten „Germany Today Tour 2014“. Stationen dieser Deutschlandreise waren neben dem Umwelt-Campus Birkenfeld auch die Exzellenzuniversitäten TU München und Universität zu Köln sowie das renommierte Fraunhofer Institut. Ziel war es, den Wissenschaftlern einen Einblick in die aktuelle deutsche Forschungs- und Hochschullandschaft zu geben und über Internationalisierungs- und Zukunftskonzepte zu informieren.

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Am Umwelt-Campus Birkenfeld lag der Fokus auf dem Green-Campus-Konzept sowie auf den internationalen Studienprogrammen. Nach dem Empfang durch den Präsidenten der Hochschule Trier Prof. Dr. Norbert Kuhn und Prof. Dr. Oliver Braun stellten Prof. Dr. Klaus Rick und Prof. Dr. Maire Mulloy den Umwelt-Campus mit dem Green-Campus-Concept und internationale Aktivitäten vor. Bei einer geführten Campus-Tour wurden der Besuchergruppe die modernen technischen Anlagen zur Energie- und Wärmeversorgung der europaweit einzigartigen „Zero Emission University“ durch Rainer Michels (Gebäudemanagement und Energiesysteme) erklärt. Danach informierte Prof. Dr. Henrik te Hessen über Solarenergie und demonstrierte die Solaranlagen auf den Dächern der Gebäudekomplexe. Prof. Dr. Ulrich Bröckel und Prof. Dr. Heike Bradl öffneten die Türen ihrer Forschungslabore der Verfahrungstechnik und der Hydrothermalen Karbonisierung.

Im Anschluss standen die internationalen Studienprogramme des Umwelt-Campus Birkenfeld auf der Agenda. Prof. Dr. Oliver Braun stellte die Austausch- und Doppelabschlussprogramme des Faches Umwelt- und Betriebswirtschaft mit US-Universitäten vor. Dr. Michael Knaus vom Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) berichtete über das Master-Programm „International Material Flow Management“. Danach informierte Julia Mertens über das für ausländische Studierende konzipierte Study Semester „Principles of Sustainable Business“. Abschließend berichteten Studierende des Faches Umwelt- und Betriebswirtschaft über ihre Erfahrungen während des Auslandssemesters in San Diego.

Zum Abschluss des informativen Tages trafen sich alle Beteiligten zu einem Networking-Lunch im Kommunikationsgebäude des Umwelt-Campus Birkenfeld.

Weitere Informationen:

Austauschprogramme USA
Master International Material Flow Management
Study Semester