Chef-Torwarttrainer des Fußballverbandes Luxemburg

Frank Thieltges war von 1976-2005 aktiver Fußballer. Seine Torwartkarriere startete er beim SV Sehlem. Insgesamt spielte er auch sechs Jahre für den SV Eintracht Trier 05. Die höchste Spielklasse als aktiver Torwart war die Regionalliga. 1987 war er im Kader der deutschen U17 Nationalmannschaft und außerdem vielfacher Auswahlspieler des Fußballverbandes Rheinland.

Seit 1998 ist er zusätzlich als Torwarttrainer aktiv. Von 1998- 2009 war er DFB-Stützpunkttrainer, CO-Trainer & Torwarttrainer diverser Auswahlmannschaften des Fußballverbandes Rheinlands. Sein größten Erfolg als Trainer feiert er seit 2011. Er ist verantwortlicher Chef-Torwarttrainer für alle Teams und Ausbilder des Fußballverband Luxemburgs.

Frank Thieltges ist seit 1996 an der Hochschule Trier beschäftigt. Er arbeitet als Drucktechniker im Bereich Kommunikationsdesign.

Warum bist Du Torwarttrainer geworden?
Ich war früher selber Torwart. Damals gab es noch keine Torwarttrainer. Talent und Ehrgeiz mussten zur der Zeit ausreichen. Spezielles Training: Fehlanzeige!Deshalb wollte ich meine Erfahrung an die Jugend weitergeben. Ausbildung der jungen Torhüter war mein Ziel! Nach langem Kampf ist die Ausbildung heute ja auch beim DFB anerkannt!

Seit wann bist Du Torwarttrainer der luxemburgischen Nationalmannschaft? Wie kamst Du zu diesem Beruf?
In Luxemburg bin ich seit Juli 2011. Auf Anfrage des Verbandes sind wir uns auf eine Zusammenarbeit einig geworden. Ausbildung betreibe ich schon seit 1998, also schon seit meiner aktiven Zeit! Vorher beim Fußballverband Rheinland und beim DFB.

Wer hat Dich in Deiner Laufbahn als Spieler am meisten geprägt?
Toni Schumacher und Oliver Kahn.

Welches nationale Spiel ist bei Dir bis jetzt am meisten in Erinnerung geblieben und warum?
Ich habe viele Spiele, die in meiner Erinnerung geblieben sind. Auch aus meiner Jugendzeit! Schön waren aber immer die Spiele bei Rot-Weiss Essen, Alemannia Aachen usw. wegen den vollen Stadien.
Auch die Sensationssiege im DFB Pokal mit Eintracht Trier sind schöne Erinnerungen.

Welches internationale Spiel?
International ist jedes Spiel eine schöne Erinnerung. Vor allem die Auswärtspartien. Die großen und vollen Stadien, die verschiedenen Länder, einfach immer ein tolles Gefühl!

Welche aktuellen Ziele verfolgt ihr mit der luxemburgischen Nationalmannschaft?
Wir wollen mit den U-Mannschaften in die Elite-Runden der europäischen Wettbewerbe.
Viele luxemburger Jungs zum Fußballprofi ausbilden.
Mit der A-Mannschaft viele Punkte in den Quali-Runden zur EM oder WM.

Gab es für Dich als Torwart oder Torwarttrainer schon Rückschläge? Wenn ja, wie hast Du diese bewältigt?
Einige Verletzungen haben mich zur kleineren Auszeiten gezwungen. Aber Rückschläge waren das nicht! Ich denke immer Positiv!

Welchen Stellenwert hat das Thema Fußball bei dir zu Hause?
Da unsere Tochter und unser Sohn Fußball spielen, bestimmt der Fußball schon sehr oft unsere Freizeitgestaltung. Hierdurch entstehen aber auch tolle Freundschaften!

Welchen Tipp würdest Du einem Spieler geben, der am Anfang seiner Laufbahn steht?
Viel lernen und an sich arbeiten. Jede Gelegenheit zum Training nutzen. Ein Tag ohne Training ist ein verlorener Tag. Es gibt viele Arten des Trainings, vor allem in der Ausbildung. Ein guter Trainer ist sehr wichtig!

Das Interview führt Christina Biehl.

U-20-WM und Algarve-Cup waren die Highlights – Ein Interview mit FIFA-Schiedsrichter-Assistentin Christina Biehl

Christina Biehl ist seit 2001 Schiedsrichterin und schaffte 2004 den Sprung in die 2. Bundesliga der Frauen und die Landesliga der Männer. Seit 2008 leitet sie Spiele der Frauen-Bundesliga sowie der Herren Oberliga Südwest. 2009 war sie Vierte Offizielle beim DFB-Pokalfinale der Frauen. Im gleichen Jahr wurde sie als Schiedsrichter-Assistentin auf die FIFA-Liste aufgenommen. 2010 leitete sie, als erste Frau, das Finale des Südwestpokals der Männer zwischen dem FK Pirmasens und dem FV Dudenhofen. Christina Biehl wurde im gleichen Jahr für die U-20-Weltmeisterschaft 2010 als Schiedsrichter-Assistentin nominiert. Am 26. März 2011 leitete sie das DFB-Pokalfinale der Frauen 1. FFC Frankfurt – 1. FFC Turbine Potsdam in Köln. Außerdem ist sie seit 2012 Schiedsrichter-Assistentin der Herren Regionalliga Südwest. Im Jahr 2014 wurde Sie von der FIFA als Schiedsrichter-Assistentin zum Algarve-Cup nominiert.
Beruflich ist Christina Biehl seit Januar 2015 an der Hochschule Trier in der Allgemeinen Öffentlichkeitsarbeit tätig.

Warum bist Du Schiedsrichterin geworden? Hast Du früher selbst einmal Fußball gespielt? Wenn ja, welche Position?
Ich habe früher selbst Fußball gespielt, sogar in der Südwestauswahl.
Rechtes Mittelfeld war meine Position. Das Talent war da, aber die Konkurrenz war groß. Zur Sichtung beim DFB hat es nicht gereicht. Mein Vater hat damals aber immer zu mir gesagt: „Christina, konzentrier Dich voll und ganz auf die Schiedsrichterei, da schaffst Du es schneller in die Bundesliga.“ Wie man sieht, hatte er damit nicht Unrecht.

Wer hat Dich in Deiner Laufbahn als Schiedsrichterin am meisten geprägt?
Mein Vater. Er hat mich in meinen ersten Jahren voll und ganz unterstützt und mich immer wieder aufs Neue motiviert. Es gibt in jedem Sport Rückschläge, die verarbeitet werden müssen, und mein Vater war für mich immer der erste Ansprechpartner, der mir in diesen kritischen Phasen alle Zweifel genommen hat. Er hat immer an mich geglaubt und gesagt, dass ich in diesem Sport Erfolg haben werde.

Was noch interessant ist, was die Unterschiede zwischen einem Herren und einem Frauenspiel sind. Andere Einstellung zum Spiel? Anderer Umgang mit den Spielern?
Herrenspiele sind schon deutlich schneller. Dennoch ist der Frauenfußball in der Vergangenheit körperlich schon deutlich besser und dynamischer geworden. Der Umgang mit den Spielern ist auch anders. Frauen untereinander sind schwieriger zu Händeln als Männer.
Die Grundeinstellung als Schiedsrichter ist immer die Gleiche. Es ist egal, ob Du in der Herren-Regionalliga oder in der Frauen-Bundesliga aktiv bist…du musst immer hochkonzentriert sein und eine sehr gute körperliche Verfassung mitbringen.

Du warst bereits bei der U 20-Frauen-Weltmeisterschaft 2010 und beim Algarve-Cup 2014. Wie hast Du dich gefühlt, was hast Du erlebt?
Ich habe mich sehr gut gefühlt und es war eine fantastische Zeit. Es wurden knapp 50 Schiedsrichterinnen für die U-20-WM 2010 aus der gesamten Welt nominiert. Insgesamt drei Wochen haben wir intensiv trainiert und Spiele geleitet. Wir Schiedsrichterinnen müssen vor Turnierbeginn sämtliche Leistungstest, u.a. Laktattest, Kraftausdauertest, Sprinttest, Englischtest und Regeltest meistern, um im Turnier aktiv sein zu dürfen. Vier Schiedsrichterinnen mussten leider vor Turnierbeginn wieder abreisen, weil sie durchgefallen sind. Es war also auch eine harte Zeit. Jeden Tag drei Stunden Praxis-Training und 3 Stunden Theorie…das ganze ohne einen Tag Pause.
Aber die Professionalität der Tagesabläufe einschließlich der Organisation, beim Training und den Meetings war großartig und haben mich sehr geprägt. Es war ein unbeschreibliches Erlebnis, die Kulturen und Mentalitäten der anderen Schiedsrichterinnen aus der gesamten Welt kennen zu lernen. Es war nicht nur ein Fußballturnier, sondern eine Lebenserfahrung, die ich nicht mehr missen möchte.
Der Algarve-Cup beinhaltet die gleichen Eigenschaften. Jedes FIFA-Turnier ist organisatorisch gleich aufgebaut. Dennoch ist jedes Turnier individuell von den Eindrücken und Erfahrungen die man mitnimmt.

Wie wieviele internationale Spiele leitest Du im Jahr? In welche Länder reist Du?
Wir werden für Einzelspiele oder Turniere vorrangig von der UEFA berufen. Die Anzahl variiert. Es schwankt zwischen vier und acht UEFA-Spielen pro Saison, darunter Championsleague, EM- und WM-Qualifiaktionsspiele.
Wir werden für ganz Europa nominiert. Als spannendste Orte bisher würde ich Russland, Israel, Georgien, Sardinien, Malta und Zypern nennen.

Und national? Wie oft bist du unterwegs? Wie lange? Was war da dein Höhepunkt?
Ich bin jedes Wochenende in ganz Deutschland unterwegs. Berlin, München, Wolfsburg und Jena sind die weit entferntesten Orte, die zeitlich dann auch zwei Tage in Anspruch nehmen.
Mein nationaler Höhepunkt war das Pokalfinale 2011. Diese Nominierung seitens des Deutschen Fußball-Bundes hat mich sehr stolz gemacht. Ich habe mich sehr auf diese Aufgabe gefreut. Das Spiel, die Atmosphäre und die Zuschauerzahl, von knapp 23.000, waren überwältigend. Auch als Schiedsrichter-Assistentin 2014 war das Endspiel ein erneutes Highlight.

Welchen Stellenwert hat das Thema Fußball bei dir zu Hause?
Fußball hat bei uns natürlich einen hohen Stellenwert. Es ist immer wieder amüsant, wenn Freunde und Familie über die Leistungen der Schiedsrichter in der Bundesliga diskutieren. Spätestens wenn ich dann die Termine der Schiedsrichter-Anwärterkurse aufzähle, kommt dann doch bei allen ein Schmunzeln.
Meine Freunde und Familie haben mich von Anfang an in meiner Laufbahn unterstützt. Verständnis und Unterstützung ist hier auf jeden Fall wichtig. Durch die vielen Spiele und Auslandsaufenthalte kann ich an der ein oder anderen Familienfeier mal nicht teilnehmen, dass verstehen jedoch fast alle (lachend).

Ein kleiner Blick in die Zukunft: Was erwartest du in sportlicher Hinsicht von der Zukunft?
Ich denke nicht zu weit. Ich genieße immer den Moment, jede Nominierung, jedes Spiel. Für mich ist es wichtig sich auf die anstehenden Aufgaben zu konzentrieren. Dennoch ist mein Ziel wieder von der FIFA zu einem Turnier nominiert zu werden. Denn bei FIFA-Turnieren erfolgt die Sichtung der Schiedsrichterinnen für alle Weltmeisterschaften und Olympische Spiele.

Welchen Tipp würdest Du einem Schiedsrichter geben, der am Anfang seiner Laufbahn steht?
Ein Schiedsrichter sollte sich durch negative Äußerungen von Spielern, Trainern und Zuschauern nicht verunsichern lassen. Das gilt besonders zu Beginn einer Laufbahn. Um erfolgreich zu sein, muss man mit positiven und negativen Spielleitungen selbstkritisch umgehen. Nur mit diesen Erfahrungen gelingt es, sich weiterentwickeln. Ganz wichtig ist es außerdem sich Ziele zu setzen und sich diese immer vor Augen zu halten.

Das Interview führte Jutta Straubinger.

Erfahrungsbericht Auslandssemester in Norwegen WS 2015

Autor: Max Becker

Die Entscheidung ein Auslandssemester in Norwegen zu absolvieren traf ich spontan. Nachdem mir Markus Ochs, Assistent der Umweltplanung, von dem 5-monatigen Programm mit dem Namen „From Mountain to Fjord“ erzählte musste ich nicht lange überlegen. Skandinavien stand schon immer auf meiner Reiseliste und warum nicht in Verbindung mit dem Studium.

Die Hochschule liegt im west-norwegischen Studenten-Städtchen Sogndal, ca. 4 Autostunden nord-östlich von Bergen. Sogndal ist eine Hochburg für Outdoor-Sportler und liegt eingekesselt von sehenswerten Gebirgsmassiven direkt am Sogndalsfjord, einem Arm des Sognefjord, dem längsten und tiefsten Fjord Europas. Jeder dritte Einwohner ist Student. Die Fußballmannschaft spielt in der Tippeligaen, der höchsten norwegischen Spielklasse. Die größte Indoor-Kletterwand Norwegens, ein Schwimmbad, einige Fußball-, Volleyball-, Tennis- und Hockeyplätze sowie dutzende Skigebiete im Umkreis machen Sogndal zum norwegischen Sportler-Mekka. Die Naturszenerie in der Provinz Sogn og Fjordane ist sowohl im Sommer als auch im Winter einzigartig. Die von Gletschern in der Quartäreiszeit geformten Täler mit mächtigen Felswänden von denen sich zahlreiche Wasserfälle in die Fjorde herabstürzen und die Tier- und Pflanzenvielfalt an Land und im Wasser sind außergewöhnlich und beeindruckend zugleich.

Norwegen_Sogndal

Sogndal

 

Norwegen_Universitaetsgebaeude

Universitätsgebäude

 

Leiter und Gründer des interdisziplinären Kurses „From Mountain to Fjord“ ist der deutsche Geologe Matthias Paetzel. Der Fokus des Programms liegt in den Bereichen Geologie und Ökologie. Von August bis Dezember werden in  drei konsekutiven Blöcken, dutzenden Exkursionen und einem wissenschaftlichen Projekt, 30 ECTS Punkte erlangt. Studenten aus aller Welt, in meinem Jahr Deutschland, USA, Kanada, Tschechien, Australien und die Niederlande, bekommen ein Verständnis für Umwelt- und Klimaänderungen aus geologischer Perspektive anhand der norwegischen Fjord- und Berglandschaft. Die Unterrichtssprache war gut verständliches Englisch, ich hatte trotz mittelmäßiger Kenntnisse keinerlei Verständnisprobleme. Neben einem interessanten Studium, das auch für mich als Wirtschaftsingenieur relativ einfach zu bewältigen war, blieb genügend Freizeit um das Land Norwegen und seine Menschen besser kennen zulernen.

Untergebracht war ich nur 5 Gehminuten von der Universität entfernt im Studentenwohnheim „Elvatunet“. In einer 5er WG wohnte ich in norwegentypischen Holzhäusern mit einem weiteren internationalen Student sowie drei norwegischen Studentinnen. Man lebt in einem etwa 12m² großen Zimmer und teilt sich zwei Badezimmer sowie einen großen Gemeinschaftsraum, in dem sich Küche und Wohnzimmer befinden. Die norwegischen Studenten sind von eher zurückhaltender Natur. Es liegt an einem selbst auf sie zuzugehen.

An der Uni gibt es verschiedene Studentenorganisationen, denen man beitreten kann und die mit erlebnisreichen Angeboten auf einen warten. Auch die Student-Buddies kommen immer mit Ideen und die Umgebung um Sogndal bietet auch ohne Anreise mit dem Auto viele schöne Spots. Solange es noch warm genug ist kann der kleine Strand am Fjord zum Schwimmen oder Picknicken genutzt werden. Man kann am Fjord jederzeit Angeln, Kanus oder Tauchausrüstung ausleihen. Außerdem gibt es die sogenannte Meieriet, wo jede Woche ein Quiz und sonst Disco und Konzerte stattfinden. Im Winter wartet, wenn der Schnee ausreichend ist, das Ski fahren auf einen.

In der Urlaubswoche bietet es sich an, die typischen „Touristenziele“ in der Umgebung zu erkunden.

 

Norwegen_Studentengruppe

„From Mountain to Fjord” Studenten 2015

 

Norwegen_Jostedalsbreen_Nasjonalpark

Jostedalsbreen Nasjonalpark

 

Ich kann ein Auslandssemester in Sogndal wirklich jedem weiterempfehlen. Es ist eine unglaubliche Erfahrung ein halbes Jahr an einem so wunderschönen Ort zu leben. Ich durfte jede Menge nette Menschen kennenlernen und habe Freunde fürs Leben gefunden. Meine Englischkenntnisse haben sich um einiges verbessert. Jeder der Interesse hat darf sich gerne unter s12aea@umwelt-campus.de bei mir melden. Ich würde mich freuen wenn ich einen meiner Kommilitonen von dem Programm überzeugen kann.

Fotos: Bauke Idzenga – mehr Bilder unter  https://www.flickr.com/photos/132337857@N08/

Weitere Erfahrungsberichte von Studierenden des Umwelt-Campus Birkenfeld gibt es hier.