Schülerinnen für MINT-Themen begeistern: Neues Forschungsprojekt am Umwelt-Campus Birkenfeld

Projekt soll das Interesse von Schülerinnen für Mathe, Informatik,
Naturwissenschaft und Technik aktivieren und fördern.

Schülerinnen werden häufig unbewusst bereits in früher Jugend hinsichtlich ihres Interesses an naturwissenschaftlichen und mathematischen Themen negativ beeinflusst. Aussagen ihres direkten Umfelds wie: „Die Mathe-Aufgabe musst du nicht verstehen, brauchst du eh nicht wieder im Leben!“ oder „Ich konnte das auch nie“ verschlechtern nachweislich das Interesse von Schülerinnen an den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) und verringern damit auch die Chance einer entsprechenden Studien- und Berufswahl. Dies ist unter anderem ein Resultat des OECD-Bildungsberichts 2015 zur Chancengleichheit der Geschlechter.

Hier setzt das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt MINTcoach an, was so viel wie „Individuelle Intervention bei Schülerinnen zur Erkennung und Förderung von MINT-Begabungen“ bedeutet: Über insgesamt drei Jahre hinweg werden für Schulen aus den Landkreisen Birkenfeld und St. Wendel MINT-Interventionen entwickelt, durchgeführt und wissenschaftlich ausgewertet. Diese Interventionen, die per Smartphone, Internet, Workshops und Exkursionen stattfinden, bestehen aus Spielen, spannenden MINT-Informationen, Aufgaben und auch praktischer Arbeit im Labor. „Wir wollen herausfinden, welche dieser Maßnahmen besonders effektiv sind und auch, wie sich neue Medien gewinnbringend zur MINT-Förderung einsetzen lassen“, so Prof. Dr. Gisela Sparmann, die gemeinsam mit Prof. Dr. Stefan Naumann und Prof. Dr. Rita Spatz das Projekt am Umwelt-Campus Birkenfeld (UCB), einem Standort der Hochschule Trier, leitet. Im Gegensatz zu anderen Projekten, die nur auf Aufgaben oder Spiele setzen, wird im MINTcoach auf der Basis psychologisch anerkannter verhaltensändernder Maßnahmen eine gezielte Förderung der einzelnen Schülerinnen angestrebt. Als Projektpartnerin konnte dazu Prof. Dr. Monika Eigenstetter vom Institut für Arbeitssicherheit, Umweltschutz, Gesundheitsförderung und Effizienz der Hochschule Niederrhein in Krefeld gewonnen werden. Sie ist insbesondere für das gendergerechte Konzept und für psychologische Fragen verantwortlich. Der MINTcoach zielt darauf ab, erziehungs- und umweltbedingten Vorurteilen und Klischees entgegen zu wirken und die Selbstwahrnehmung von Schülerinnen, bezogen auf ihre eigenen Fähigkeiten und Einstellungen hinsichtlich MINT-Fächern, positiv zu entwickeln und zu stärken.

„Ziel des Projekts ist somit letztlich, durch spielerische Interventionen die MINT-Intelligenz und das MINT-Interesse wie einen Muskel zu trainieren und somit mehr Schülerinnen für MINT-Studienfächer und -Ausbildungsgänge zu begeistern“, so die Forschergruppe des federführenden Instituts für Softwaresysteme am UCB abschließend, die gleichzeitig betont, dass natürlich auch Schüler in die Experimente einbezogen werden.

Das Projekt wird im Rahmen der BMBF-Fördermaßnahme „Strategien zur Durchsetzung von Chancengleichheit für Frauen in Bildung und Forschung“ gefördert. Weitere Informationen sind unter http://mintcoach.umwelt-campus.de sowie mintcoach@umwelt-campus.de erhältlich.

IoT-Werkstatt: Zwei rheinland-pfälzische Ministerien erforschen gemeinsam das Internet der Dinge

Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig und Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf besuchten zusammen mit Mitarbeitern des Bildungsministeriums und des Ministeriums für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur den Umwelt-Campus Birkenfeld der Hochschule Trier. Vernetzte Systeme und das Internet der Dinge (IoT) werden unsere Gesellschaft rasant verändern und stellen das Bildungssystem vor große Herausforderungen. Im Rahmen eines eintägigen IoT-Hackathons nutzten die Teilnehmer die Plattform der IoT-Werkstatt, um die Potentiale dieser neuen Technologie selbst zu erleben und neue Lernformate zu erproben.    

Durch Digitalisierung und Disruption von etablierten Geschäftsprozessen verändert sich unsere Welt gerade sehr dramatisch. Das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) ist Kern dieser neuen von Daten und Algorithmen getriebenen Welt. Es ermöglicht allen Dingen, die bisher auf die Steuerung durch menschliche Benutzer angewiesen waren, den autonomen Zugang zum Internet und generiert damit einen Mehrwert für den Gebrauch dieser Dinge. Anwendungen finden sich im häuslichen Umfeld (fernsteuerbare Thermostate am Heizkörper, Fitnessuhr am Handgelenk) genauso wie im Arbeitsumfeld (intelligente Pakete in der Logistik, autonome Fertigungsroboter) oder bei autonomen Fahrzeugen auf der Straße.

Aktuell ist das Entwicklungstempo in dem Bereich sehr hoch und die Innovationszyklen sind sehr kurz. Das Bildungssystem hat große Herausforderungen, die damit verbundenen Veränderungen in der Arbeitswelt als Lernstoff in den Unterricht zu integrieren.

Um auf diese wichtige Thematik aufmerksam zu machen, lud der Umwelt-Campus Birkenfeld mit seinem Team der IoT-Werkstatt unter Leitung von Prof. Klaus-Uwe Gollmer das Bildungs- und das Wissenschaftsministerium zu einem eintägigen gemeinsamen IoT-Hackathon ein.

Unter dem Motto „Das Internet der Dinge anfassbar machen“ hat die Hochschule Trier gemeinsam mit der Expertengruppe M2M/IoT des nationalen Digital-Gipfels eine innovative Plattform zur spielerischen Vermittlung digitaler Kompetenzen entwickelt und bereits vielfach praktisch erprobt.

Bereits nach einer kurzen Einführung gelang es den 25 begeisterten Teilnehmern damit eigene kreative Ideen zu entwickeln und sogleich prototypisch umzusetzen. Durch den Einsatz einer grafischen Programmierschnittstelle, konnten auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die bisher nur über wenig bzw. keine Programmiererfahrung verfügten, schnell ihre Gedanken in die Tat umsetzen und in Form einer IoT-Anwendung zum Leben erwecken. Dabei reichten die realisierten Anwendungen von der internetfähigen Lärmampel fürs Klassenzimmer bis hin zur intelligenten Rollladensteuerung mit Wettervorhersage aus dem Internet.

Gleichzeitig nutzte man die Gelegenheit, um sich über weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Schule in diesem Bereich auszutauschen. Das rheinland-pfälzische Bildungsministerium wird die Vermittlung von digitalen Kompetenzen an den Schulen auch in Zukunft weiter intensivieren, die Plattform der IoT-Werkstatt bietet dazu vielfältige Möglichkeiten.

Weitere Informationen zur IoT-Werkstatt am Umwelt-Campus finden Sie im Internet unter iotwerkstatt.umwelt-campus.de

Kontakt:
Prof. Dr.-Ing. Klaus-Uwe Gollmer
Tel. +49 6782/17-1223
k.gollmer@umwelt-campus.de