Elektrofischerei im Nationalpark

Um die Fischbestände in den Bächen des Nationalpark Hunrück-Hochwald zu erfassen, wurde am Freitag 19.05.2017 eine Elektrobefischung an verschiedenen Bächen des Nationalparks durchgeführt. Studierende und Mitarbeiter des Umwelt-Campus Birkenfeld, Nationalparkmitarbeiter und freiberufliche Biologen waren mit dabei.

Unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Stoll wurde eine erste Bestandsaufnahme der Fischpopulationen im Traunbach selbst und seinen Zuflüssen Bleidenbach, Hengstbach und Ochsenfloß durchgeführt. Der Zweck dieser Untersuchung war es, das jeweilige Artenspektrum und die Altersstruktur der Fischbestände zu erfassen. Für Prof. Dr. Stefan Stoll, der gerade am Umwelt-Campus Birkenfeld ein Langzeitmonitoringprogramm für die Nationalparkbäche ausarbeitet, diente diese Untersuchung als ersten Überblick über die Fischpopulationen des Nationalparks. „Erfreulicherweise konnten mehrere Altersklassen der Bachforelle in allen untersuchten Gewässern nachgewiesen werden, auch die für diese Bachabschnitte typischen Groppen wurden gefunden“, so Prof. Stoll.

Bei der Elektrofischerei wird elektrischer Strom in niedrigen Spannungen zum Fang der Fische eingesetzt. Die Fische richten sich im elektrischen Feld aus und schwimmen aktiv zur Anode hin und können dort abgekeschert, bestimmt und gemessen werden. Danach werden die Fische wieder ins Gewässer entlassen. Zu Schaden kommen die Tiere dabei nicht.

Wissenschaftsminister Wolf besucht Umwelt-Campus auf der Hannovermesse – der Leitmesse der Industrie

Auf der diesjährigen Hannovermesse präsentierte sich der Umwelt-Campus Birkenfeld gleich in zwei Ausstellerhallen mit zwei aktuellen Projekten. Der Umwelt-Campus hatte Gelegenheit seine Forschungsaktivitäten beim Besuch des Wissenschaftsministers Prof. Dr. Konrad Wolf und einem Marschall aus dem Partnerland Polen besonders hervorzuheben.

Am Gemeinschaftsstand Hydrogen + Fuel Cells + Batteries  demonstrierte die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Gregor Hoogers im Labormaßstab die Funktion einer „Flüssigbatterie“. Bei der Vanadium-Redox-Flow-Batterietechnik (VRB) wird elektrische Energie in flüssigen Elektrolyten gespeichert. So können Leistung (Zellgröße) und Energiemenge (Tankgröße) voneinander entkoppelt und auf Anwendungen wie Hausenergie, Windenergie/Fotovoltaik oder Netzstabilisierung zugeschnitten werden. Eine am Umwelt-Campus entwickelte Neuerung ist die optische Messung des Ladezustands. Diese Sensorik konnte interessierten Anwendern am Messestand demonstriert werden. „Unsere Arbeitsgruppe konnte mit zwei Forschungsaufträgen im Gepäck heimfahren“, ließ Prof. Hoogers wissen.

In der Halle für Innovation und Technik konnten die Besucher am Gemeinschaftsstand Rheinland-Pfalz „Die Rose von Jericho der Biotechnologie“, einen emersen Bioreaktor bei Prof. Dr. Michael Wahl begutachten. Prof. Wahl stellte das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Verbundprojekt Next Generation Biofilm: Die Rose von Jericho der Biotechnologie vor. Dieses interdisziplinäre Projektteam erforscht Möglichkeiten, um mit Hilfe einer neuartigen, wasserarmen Produktionstechnologie Cyanobakterien nachhaltig und energieeffizient zu produzieren. Das Pprojekt ist auf photosynthetisierende, austrocknungstolerante Biofilme (terrestrische Cyanobakterien) und auf eine ressourcen- und energieeffiziente Verfahrenstechnik, bei der erstmals eine emerse (an Luft geführte) Produktion angewendet wird, fokussiert. Im Vergleich mit den gängigen Produktionsverfahren, bei denen die Cyanobakterien submers (in einem flüssigen Medium) produziert werden, ergibt sich bei dem emersen Verfahren eine um 20-40% kosteneffizientere und umweltfreundlichere Produktion. Die Cyanobakterien werden in einer neuartigen emersen Photobioreaktor-Generation kultiviert und durch ein nebelähnliches Aerosol mit Nährstoffen und Feuchtigkeit versorgt. Der Umwelt-Campus Birkenfeld ist dabei für den Anlagenbau und die Anlagenentwicklung zuständig.

Für den neuen Professor des Umwelt-Campus Birkenfeld stellte sich die Präsentation auf der Hannovermesse als große Gelegenheit dar sich mit interessierten Projektpartnern und über neue Technologien auszutauschen.

Autor: Tanja Loch-Horn, Öffentlichkeitsarbeit Umwelt-Campus Birkenfeld

Hochschulpreis der Wirtschaft 2017

IHK zeichnet drei Abschlussarbeiten des Umwelt-Campus Birkenfeld aus

Mit dem „Hochschulpreis der Wirtschaft“ prämiert die Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz jährlich herausragende praxisorientierte Bachelor-, Master- und Doktorarbeiten, die in Kooperation mit Unternehmen aus der Region entstanden sind.Mit dieser Förderung möchte die IHK die Beziehung zwischen mittelständischer Industrie und Hochschule ausbauen und Innovationen anstoßen.

Aus den 36 Einreichungen wurden zwei 2 Arbeiten Studierender des Umwelt-Campus Birkenfeld mit dem Hochschulpreis der Wirtschaft ausgezeichnet. Darüber hinaus erhielt eine Absolventin eine lobende Anerkennung.

Maria Swiderek wurde für ihre Masterarbeit bei der Firma Howatherm Klimatechnik GmbH in Brücken unter der Betreuung von Prof. Dr. Christoph Kaup der „Hochschulpreis der Wirtschaft“ verliehen. Die Thesis von Frau Swiderek befasste sich mit der „Untersuchung eines Zentrallüftungsgeräts zur Kühlung von Rechenzentren zur Freien Kühlung“. Prof. Dr. Kaup betonte die gute Zusammenarbeit mit dem Umwelt-Campus Birkenfeld und sprach von einer „Win Win Win Situation“. Frau Swiderek konnte sich im Anschluss an ihr Studium über eine Einstellung als Entwicklungsingenieurin in der Firma Howatherm freuen.

Auch Stefan Schuster erhielt für seine Masterarbeit mit dem Fissler-Werk in Idar-Oberstein unter  Betreuung von Prof. Dr. Uwe Krieg die Auszeichnung „Hochschulpreis der Wirtschaft“. Der Titel seiner Arbeit lautete: „Umluftgaren in der Pfanne – Verbesserter Prototyp mittels Simulation von Thermik und Strömung“. Es waren sehr anspruchsvolle Simulationen von mehr als 20 Stunden Rechenzeit nötig, erklärte Prof. Krieg. Hierbei lagen Simulation und Versuche eng beieinander. Auch der Leiter der digitalen Produktentwicklung der Firma Fissler GmbH lobte die hohe Wertigkeit dieser Masterarbeit.

Eine lobende Anerkennung für ihre Arbeit „Grünschnitt: Aufbereitung, thermische Verwertung“ bei der Energieagentur Rheinland Pfalz GmbH wurde Frau Lara Hoffmann verliehen. Die Idee dahinter ist es, den Grünschnitt im Landkreis Birkenfeld zur Ressourcenschonung zu Holz- und Hackschnitzeln zu verarbeiten. Hiervon könnte auch der in Nationalpark Hunsrück-Hochwald profitieren. Der betreuende Prof. Dr. Henrik te Heesen ergänzte: Der Nationalpark ist eine gute Sache, für die es sich lohnt sich einzusetzen“.

Somit durfte sich der Umwelt-Campus Birkenfeld an diesem Tag über gleich drei Auszeichnungen freuen und die Relevanz des gepflegten engen Kontakts zur regionalen Wirtschaft herausstellen.