Wissenschaftsminister Wolf besucht Umwelt-Campus auf der Hannovermesse – der Leitmesse der Industrie

Auf der diesjährigen Hannovermesse präsentierte sich der Umwelt-Campus Birkenfeld gleich in zwei Ausstellerhallen mit zwei aktuellen Projekten. Der Umwelt-Campus hatte Gelegenheit seine Forschungsaktivitäten beim Besuch des Wissenschaftsministers Prof. Dr. Konrad Wolf und einem Marschall aus dem Partnerland Polen besonders hervorzuheben.

Am Gemeinschaftsstand Hydrogen + Fuel Cells + Batteries  demonstrierte die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Gregor Hoogers im Labormaßstab die Funktion einer „Flüssigbatterie“. Bei der Vanadium-Redox-Flow-Batterietechnik (VRB) wird elektrische Energie in flüssigen Elektrolyten gespeichert. So können Leistung (Zellgröße) und Energiemenge (Tankgröße) voneinander entkoppelt und auf Anwendungen wie Hausenergie, Windenergie/Fotovoltaik oder Netzstabilisierung zugeschnitten werden. Eine am Umwelt-Campus entwickelte Neuerung ist die optische Messung des Ladezustands. Diese Sensorik konnte interessierten Anwendern am Messestand demonstriert werden. „Unsere Arbeitsgruppe konnte mit zwei Forschungsaufträgen im Gepäck heimfahren“, ließ Prof. Hoogers wissen.

In der Halle für Innovation und Technik konnten die Besucher am Gemeinschaftsstand Rheinland-Pfalz „Die Rose von Jericho der Biotechnologie“, einen emersen Bioreaktor bei Prof. Dr. Michael Wahl begutachten. Prof. Wahl stellte das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Verbundprojekt Next Generation Biofilm: Die Rose von Jericho der Biotechnologie vor. Dieses interdisziplinäre Projektteam erforscht Möglichkeiten, um mit Hilfe einer neuartigen, wasserarmen Produktionstechnologie Cyanobakterien nachhaltig und energieeffizient zu produzieren. Das Pprojekt ist auf photosynthetisierende, austrocknungstolerante Biofilme (terrestrische Cyanobakterien) und auf eine ressourcen- und energieeffiziente Verfahrenstechnik, bei der erstmals eine emerse (an Luft geführte) Produktion angewendet wird, fokussiert. Im Vergleich mit den gängigen Produktionsverfahren, bei denen die Cyanobakterien submers (in einem flüssigen Medium) produziert werden, ergibt sich bei dem emersen Verfahren eine um 20-40% kosteneffizientere und umweltfreundlichere Produktion. Die Cyanobakterien werden in einer neuartigen emersen Photobioreaktor-Generation kultiviert und durch ein nebelähnliches Aerosol mit Nährstoffen und Feuchtigkeit versorgt. Der Umwelt-Campus Birkenfeld ist dabei für den Anlagenbau und die Anlagenentwicklung zuständig.

Für den neuen Professor des Umwelt-Campus Birkenfeld stellte sich die Präsentation auf der Hannovermesse als große Gelegenheit dar sich mit interessierten Projektpartnern und über neue Technologien auszutauschen.

Autor: Tanja Loch-Horn, Öffentlichkeitsarbeit Umwelt-Campus Birkenfeld

Hochschulpreis der Wirtschaft 2017

IHK zeichnet drei Abschlussarbeiten des Umwelt-Campus Birkenfeld aus

Mit dem „Hochschulpreis der Wirtschaft“ prämiert die Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz jährlich herausragende praxisorientierte Bachelor-, Master- und Doktorarbeiten, die in Kooperation mit Unternehmen aus der Region entstanden sind.Mit dieser Förderung möchte die IHK die Beziehung zwischen mittelständischer Industrie und Hochschule ausbauen und Innovationen anstoßen.

Aus den 36 Einreichungen wurden zwei 2 Arbeiten Studierender des Umwelt-Campus Birkenfeld mit dem Hochschulpreis der Wirtschaft ausgezeichnet. Darüber hinaus erhielt eine Absolventin eine lobende Anerkennung.

Maria Swiderek wurde für ihre Masterarbeit bei der Firma Howatherm Klimatechnik GmbH in Brücken unter der Betreuung von Prof. Dr. Christoph Kaup der „Hochschulpreis der Wirtschaft“ verliehen. Die Thesis von Frau Swiderek befasste sich mit der „Untersuchung eines Zentrallüftungsgeräts zur Kühlung von Rechenzentren zur Freien Kühlung“. Prof. Dr. Kaup betonte die gute Zusammenarbeit mit dem Umwelt-Campus Birkenfeld und sprach von einer „Win Win Win Situation“. Frau Swiderek konnte sich im Anschluss an ihr Studium über eine Einstellung als Entwicklungsingenieurin in der Firma Howatherm freuen.

Auch Stefan Schuster erhielt für seine Masterarbeit mit dem Fissler-Werk in Idar-Oberstein unter  Betreuung von Prof. Dr. Uwe Krieg die Auszeichnung „Hochschulpreis der Wirtschaft“. Der Titel seiner Arbeit lautete: „Umluftgaren in der Pfanne – Verbesserter Prototyp mittels Simulation von Thermik und Strömung“. Es waren sehr anspruchsvolle Simulationen von mehr als 20 Stunden Rechenzeit nötig, erklärte Prof. Krieg. Hierbei lagen Simulation und Versuche eng beieinander. Auch der Leiter der digitalen Produktentwicklung der Firma Fissler GmbH lobte die hohe Wertigkeit dieser Masterarbeit.

Eine lobende Anerkennung für ihre Arbeit „Grünschnitt: Aufbereitung, thermische Verwertung“ bei der Energieagentur Rheinland Pfalz GmbH wurde Frau Lara Hoffmann verliehen. Die Idee dahinter ist es, den Grünschnitt im Landkreis Birkenfeld zur Ressourcenschonung zu Holz- und Hackschnitzeln zu verarbeiten. Hiervon könnte auch der in Nationalpark Hunsrück-Hochwald profitieren. Der betreuende Prof. Dr. Henrik te Heesen ergänzte: Der Nationalpark ist eine gute Sache, für die es sich lohnt sich einzusetzen“.

Somit durfte sich der Umwelt-Campus Birkenfeld an diesem Tag über gleich drei Auszeichnungen freuen und die Relevanz des gepflegten engen Kontakts zur regionalen Wirtschaft herausstellen.

S.U.N.-Projekt -Schulen und Umwelt pro Nachhaltigkeit

Im Rahmen des Master-Studiengangs „Umwelt- und Betriebswirtschaft“ des Umwelt-Campus Birkenfeld unterrichten Studierende seit 2011 Schüler weiterführender Schulen in der Region. Das Projekt „S.U.N.“- „Schulen und Umwelt-Campus pro Nachhaltigkeit“ wurde bereits in mehr als 25 Schulen erfolgreich durchgeführt.

Die Studierenden erarbeiten ein didaktisches Konzept und unterrichten anschließend Schüler von der 5. bis zur 13. Klassenstufe. Die Konzepte sind aus den Bereichen Nachhaltigkeit, Wirtschaft und Technik und umfassen Themen wie Erneuerbare Energien, Kreislaufwirtschaft, Bankenkrise und Bionik.

Die 90-minütige, aktivierende Unterrichtseinheit soll den Schülern Spaß machen und gleichzeitig ein Bewusstsein für nachhaltiges Handeln schaffen.

Aktuell kooperieren fünf Studierende des Umwelt-Campus mit fünf Schulen im Saarland und Rheinland-Pfalz, wie zum Beispiel der Berufsbildenden Schule Kusel und dem Siebenpfeiffer-Gymnasium Kusel.

Der Umwelt-Campus Birkenfeld freut sich über die langjährige gute Zusammenarbeit mit den Schulen und hofft natürlich darauf, so auch einige Schüler für ein Studium an einer modernen Hochschule zu begeistern.